* Vitamin D wird als möglicher Schutzfaktor gegen verschiedene Krebsarten untersucht.
* Eine Übersichtsarbeit über 63 klinische Studien fand einen Zusammenhang zwischen ausreichendem Vitamin-D-Status und einem geringeren Krebsrisiko.
* Die Fachinformation nennt Studien zu mindestens 17 Tumorarten.
* Hauptquelle ist die körpereigene Bildung in der Haut durch UV-B-Strahlung; Ernährung spielt eine geringere Rolle.
* Niedrige Vitamin-D-Spiegel werden häufiger bei Menschen mit geringer Sonnenexposition, Adipositas oder dunkler Hautfarbe beobachtet und werden mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.
* Die Fachinformation empfiehlt bei Serumwerten unter 30 ng/ml eine Supplementierung zur Krebsprävention, auch ohne Symptome eines Vitamin-D-Mangels.
* Die Fachinformation geht davon aus, dass die damals empfohlene tägliche Zufuhr von 200 IE Vitamin D für die Krebsprävention möglicherweise nicht ausreicht.

Die biologisch aktive Form von Vitamin D (Calcitriol, 1,25-Dihydroxycholecalciferol) zeigt in experimentellen Studien unter anderem folgende Wirkungen:
– Förderung der Zelldifferenzierung,
– Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod),
– Hemmung der Zellproliferation,
– Hemmung der Angiogenese,
– Hemmung von Invasion und Metastasierung.

Diese Wirkungen wurden vor allem in Zell- und Tiermodellen beschrieben.
Vitamin D könnte hilfreich sein, sowohl um Krebs vorzubeugen als auch um die Therapie zu unterstützen!

Hier einige Beispiele:

Kolonkarzinom (Darmkrebs)
* Für Darmkrebs liegen laut Fachinformation die umfangreichsten Daten vor.
* Eine tägliche Aufnahme von ausreichend Vitamin D war mit einer etwa 50 % niedrigeren Rate kolorektaler Tumoren verbunden.
* Eine Studie der Harvard Medical School kommt zu dem Schluss, dass 200–400 IE/Tag zu wenig für die Prävention sind.
* Ein höherer Vitamin-D-Status zum Zeitpunkt der Diagnose war mit besseren Überlebenschancen verbunden.
* Im Polyp Prevention Trial waren geringe Vitamin-D- und Calciumzufuhr mit einem größeren Risiko für das Wiederauftreten bestimmter Polypen verbunden.

Fazit
Ein guter Vitamin-D-Spiegel könnte eine starke Verbindung zu einem geringeren Risiko für Darmkrebs haben.

Prostatakarzinom
Männer mit guten Vitamin D Werten hatten in einer Studie ein etwa 50 % geringeres Risiko für Prostatakrebs.
* In einer kleinen Studie erhielten behandelte Patienten täglich Vitamin D:
* bei einigen blieb der PSA-Wert stabil oder sank,
* bei anderen verlängerte sich die PSA-Verdopplungszeit deutlich, was auf eine langsamere Tumorentwicklung hindeutet.
* Bei Patienten mit Knochenmetastasen wurden zusätzlich berichtet:
* geringere Schmerzen,
* bessere Muskelkraft,
* höhere Lebensqualität.

Fazit
Vitamin D könnte eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Prostatakrebs spielen.

Mammakarzinom (Brustkrebs)
* Frauen mit Brustkrebs hatten im Durchschnitt niedrigere Vitamin-D-Blutspiegel als gesunde Vergleichspersonen.
* Höhere Vitamin-D-Spiegel waren insbesondere bei Frauen über 60 Jahren mit einem geringeren Brustkrebsrisiko verbunden.
Frauen mit täglicher Zufuhr von Vitamin D zusammen mit Calcium zeigten weniger auffällige Veränderungen im Brustgewebe.

Fazit
Eine gute Vitamin-D-Versorgung, besonders in Kombination mit ausreichend Calcium, könnte das Brustkrebsrisiko senken.

Lungentumoren
* Patienten mit höherem Vitamin-D-Status hatten nach einer Operation:
* längere krankheitsfreie Intervalle,
* bessere Gesamtüberlebensraten.
* In einem Tiermodell verringerte Vitamin D die Bildung von Metastasen.

Fazit
Vitamin D könnte einen positiven Einfluss auf die Prognose und das Überleben bei Lungenkrebs haben.

Für viele weitere Krebsarten nennt die Fachinformation wissenschaftliche Hinweise auf einen möglichen Nutzen eines guten Vitamin-D-Status.

 

Quelle: Vitamin D in der Tumorprävention (FIN 0128), zusammenfassend nach den dort zitierten klinischen Studien.

Mir ist wichtig zu betonen: Für eine individuelle Vitamin D Dosierung sprechen Sie bitte mit Ihrem Therapeuten. Zudem empfehle ich mit diesem Beitrag keine bestimmte Behandlung. Die Informationen sollen den wissenschaftlichen Kenntnisstand verständlich darstellen. Vitamin D ist kein alleiniger Therapieansatz und auch kein Heilmittel gegen Krebs. Eine Krebsbehandlung sollte immer individuell und in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten erfolgen.